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In diesem Blogpost möchte ich über die Eigenschaften proaktiv oder reaktiv nachdenken.
Proaktiv – hast Du bestimmt schon mal gehört. Mittlerweile taucht der Begriff in so vielen Zusammenhängen auf. Angefangen von geforderten Eigenschaften in Stellenausschreibungen von Unternehmen bis hin zur Halbfett-Margariene. Alles proaktiv.
Was bedeutet proaktiv bzw. Proaktivität? Der Duden liefert eine recht umfassende Erklärung: „durch differenzierte Vorausplanung und zielgerichtetes Handeln die Entwicklung eines Geschehens selbst bestimmend und eine Situation herbeiführend“.

Proaktiv als Geisteshaltung

Wikipedia bietet zahlreiche Verwendungen für das Adjektiv „proaktiv“ an. Was unterscheidet Menschen mit einer Einstellung, die eher proaktiv als reaktiv ist? Ich finde es ist besonders gut mit dem Umgang mit äußeren Umständen zu erklären.
Überall und fast zu jeder Zeit hast Du es mit Umständen zu tun. Wetter, liebende oder hassende Mitmenschen, Arbeitsbedingungen, Wohnverhältnisse, Wohlstand oder Armut, Gesundheit oder Krankheit usw.
Was machen diese Umstände mit Dir? Wie gehst Du mit ihnen um? Vielleicht zieht Du nun die Achseln hoch und fragst Dich: „Hä? Wie soll ich denn mit meinen Umständen umgehen?“ Die Frage ist, gehst du reaktiv oder proaktiv mit ihnen um? Was meine ich damit?

Proaktiv will – reaktiv muss

Reaktive Menschen geben die Verantwortung für das eigenes Handeln oder Nichthandeln an die Umstände, die auf sie wirken ab. Sie nehmen einen Umstand als unveränderlich an und sind der Auffassung, sie müssen darauf reagieren. Ein ganz typischer Ausspruch für reaktive Menschen ist: „Ich muss.“
„Ich muss mich beeilen, weil ich keine Zeit habe. Ich muss morgen früh raus, weil ich zur Arbeit muss. Ich muss mich einschränken, weil ich nicht genug Geld habe.“
Die äußeren Umstände in diesen Fällen sind: Zu wenig Zeit, Arbeitsbeginn und Arbeitsplatz, zu wenig Geld.
Eine reaktive Haltung schränkt Dich unglaublich ein, weil Du von einer wundervollen Gabe, die Dir als Mensch gegeben ist, keinen Gebrauch machst: der Wahlfreiheit. Du besitzt die Freiheit, entscheiden zu können, wie du mit Deinen äußeren Umstanden umgehst.
Proaktive Menschen tun genau das. Ein typischer Ausspruch für proaktiv denkende und handelnde Menschen ist: „Ich will.“
„Ich will mich beeilen, weil ich etwas schaffen will. Ich will morgen früh raus, weil ich zur Arbeit will. Ich will mich einschränken, weil ich im Moment nicht genug Geld habe.“
Okay, vielleicht grummelst Du nun „Haarspalterei“ in Dich hinein. Doch es ist viel mehr als das. Es ist nicht weniger, als die Entscheidung Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen. Verantwortung zu übernehmen bedeutet entscheiden, gestalten, machen.

Proaktiv – Chancen erkennen

Eine proaktive Geisteshaltung richtet deinen Fokus auf Chancen und Möglichkeiten. Mal angenommen, du sagst dir: „Ich will morgen früh aufstehen, weil ich zur Arbeit will.“ Bei genauerer Überlegen kommst du aber zu dem Schluss: „Nö, will ich gar nicht. Ich will lieber zwei Stunden länger im Bett bleiben.“ Was müsstest du tun, um das machen zu können? Den Chef anrufen und fragen, ob du später anfangen kannst. Deinen Gleitzeitrahmen ausschöpfen oder darüber nachdenken, ob abhängige Beschäftigung überhaupt das richtige für dich ist. Chancen und Möglichkeiten geraten in dein Blickfeld.
Äußere Umstände sind  nicht immer optimal, uns oft nicht zuträglich. Ja, es gibt Arschkartenumstände, die Dir überhaupt nicht in den Kram passen. Als proaktiver Mensch trennst Du die äußeren Umstände von Deiner inneren Haltung. Du hast erkannt, das nicht der äußere Umstand Dich verletzt, enttäuscht, wütend oder glücklich macht, sondern Deine Art, damit umzugehen.
Proaktiv bedeutet, dass du es bist, der die Entscheidungen trifft. Und dass du über Alternativen deiner Handlungen oder Entscheidungen nachdenken kannst.
Es sind also nicht die Umstände, die dich lenken, sondern deine Entscheidungen.